Pressekonferenz-.
Untersuchungsbericht der L.D.H. in Sachen der "Togoischen Leichen"
Verehrte Damen und Herren,
Vor einiger Zeit hat die Menschenrechtskommision von Benin - C.B.D.H. - die Liga für die Verteidigung der Menschenrechte - L. D. H. - um ein Treffen wegen der Sache mit den togoischen Leichen gebeten, die von amnesty international ans Licht gebracht worden war. Die L.D.H. nahm die Einladung an, in deren Verlauf die C.B.D.H. sie darüber informierte, daß es sich um eine Inititiative der togoischen Menschenrechtskommission handelte. Ganz natürlich und ohne Hintergedanken haben wir der C.B.D.H. erklärt, daß wir keine präzisen Einzelheiten hätten, die die uns zur Kenntnis gebrachten Fakten stützen könnten. Wir haben aber angesichts der Schwere der Sache versprochen, unverzüglich Untersuchungen in Angriff zu nehmen. Bald nach dem Treffen haben wir uns an die Arbeit gemacht. Mit etwas Glück und Zufall, hatten wir viele Anrufe erhalten, einige anonym, andere mit Angabe der Adresse, die uns anzeigten, daß an der Küste des Atlantik in Benin sehr wohl Leichen gefunden worden waren.
Einige Zeit danach hat sich zweierlei Wichtiges ereignet, was uns endgültig von der Notwendigkeit überzeugt hat, uns gründlich in diesen Nachforschungen zu engagieren. Es handelt sich um folgendes:
- Zunächst um das, was wie ein Errichten von Schutzschilden der Folterer gegen ai erschien, und sich in einer Kettenreaktion togoischer und beninischer politischer Behörden darstellte. Es sei daran erinnert, daß der togoische Staat ai am Tag nach Erscheinen des besagten Berichtes verurteilte und gerichtliche Schritte dagegen einleitete. Personen, die im Verdacht standen, Informanten von ai zu sein, wurden verhaftet und einem Untersuchungsverfahren unterworfen: namentlich Antoine Koffi NADJOMBE, Nestor TENGUE, Francois GAYIBOR und Brice SANT'ANNA. Die beninische Regierung folgte der togoischen auf den Schritt (vgl. : die Erklärungen des Ministers Pierre OSHO, die später von Staatschef (Kerekou) gestützt wurden). Während dieser Zeit ist ein Kollektiv von Anwälten mobilisiert worden, die C.B.D.H. und die togoische Menschenrechtskommission beendeten ihren Bericht, der, wie man jetzt weiß, auf die Nicht-Existenz von Leichen schloß - Dann die entlastenden Zeugenaussagen, die von Chefs und angesehenen Popo und Mina aus Benin im togoischen Fernsehen abgelegt wurden, die den Bericht von amnesty international in Frage stellten. Dieser Akt der Chefs und angesehenen Popo und Mina rief vielerlei verschiedene Reaktionen hervor. Zunächst gab der Interpräfekt von Grand-Popo spontan einen Erlaß heraus, mit dem er sie ihrer Posten enthob; dann besann er sich eines anderen, wobei er der Position des Staatschefs der Republik Benin folgte, der den Machthaber Eyadema unterstützt; er widerrief und machte sich an ihre Rehabilitation, unter Mißfallensbekundungen seiner Minister (vgl. Beweis Nr.1: Erlaß Nr.... vom 26.5.99). Dann folgten die Entrüstung und Proteste der Bevölkerung der Popo und Mina, die eine Demonstration veranstalteten, um der Verrat und die Würdelosigkeit ihrer Verantwortlichen anzuzeigen und auf ihre umgehende Entlassung hinzuwirken. (vgl. Beweis Nr.2: Erlaubnis der Demonstration in der Öffentlichkeit vom 9.6.99). In diesem Sinne wurde ein Antrag gestellt. Darin wurden Fakten über die Korruption durch den togoischen Staat enthüllt, über die Geldsummen, die an sie verteilt worden waren, und die sie für ihr Schweigen im Gegenzug erhalten hatten. (vgl. Beweis Nr.3: Antrag der Demo vom 9.6.99).
Wir haben uns gesagt, daß uns unter diesen Bedingungen eine wichtige Rolle zukommt. Wir hatten die Verpflichtung, unsere ganz a Seriosität zu wahren, und in voller Objektivität
Elemente zu recherchieren, die erlaubten, den Bericht von ai zu widerlegen oder zu bestätigen. Es handelte sich dabei um eine Aufgabe von großer, demokratischer Bedeutung; sie hat sich als sehr schwierig erwiesen, aber wir konnten ihr gerecht werden. Nach dieser kurzen Einführung, die die Gründe dargelegt hat, die diesen Bericht motiviert haben, werden wir Ihnen die Ergebnisse unserer Recherchen präsentieren, die sich um die folgenden Punkte drehen werden: - Zeitraum der Recherche - Zusammensetzung der Mission - Methode - finanzielle Mittel - Bereich der Nachforschungen oder aus- gesuchte Zentren - Allgemeines Klima - Kontaktierte Personen - Zusammengetragene Begebenheiten
(l. - V. ... qekürzt:
- Zeitraum der Recherche ... Anfang Juni bis 17.7.99
- II. Zusammensetzung der Mission ... Schatzmeister und drei Akti\jisten der L.D.H. unter Leitung des Präsidenten, Julien TOGBADJA in Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt YANNSUNNU.
- III). Methode ... anhand Fragebogen alle Leute der Region befragt, die dafür empfänglich waren. ... Darüberhinaus hat jeder weitere Informationen eingeholt. Das Material war anschließend zu analysieren und einzuordnen. ... Photoapparat ... Zielgruppe der Befragung waren im wesentlichen zivile Personen in den betroffenen Regionen.
- IV. finanzielle Mittel ... Eigenmittel der L.D.H. , einem Verein der nur von Mitgliedsbeiträgen lebt und keinerlei staatliche Unterstützung erhält. Die L.D.H. hat so bewiesen, daß es mit geringen Mitteln möglich ist, gute Arbeit zu leisten, der Geringschätzung internationaler Organisationen ihr gegenüber zum Trotz.
- V. Bereich der Nachforschungen oder aufgesuchten Zentren zwei Etappen,
- zuerst:
Grand-Popo, Agoué, Ayi-Guinnou, Nicouécondji, Sekohoué, Gbebkon
- dann: Gbecon, Gbeffa., Aylo-plage, Hakoué-, Docloboué, Mündungsgebiet)
Vl. Allgemeines Klima
Da die L.D.H. in der Region sehr wenig organisierte Mitstreiter hat, die für die Recherchen verfügbar gewesen wären, mußten wir uns im wesentlichen mit Personal aus dem Department Popo begnügen, die Popo, Mina und Xwela sprachen. Unser Popo-Mitglied in der Delegation hatte keine Eltern oder Bekannte mehr auf dem Land. Damit waren wir mit einer ersten Schwierigkeit konfrontiert, was die Kontaktaufnahme vor Ort anging. Wir haben also die Kanäle und Namen benutzt, die uns freundlicherweise vorgeschlagen worden waren. Der wesentliche Grund dieser Anfangsprobleme bestand in der Angst vor Repressionen, der Angst, die die Machtapparate der Präsidenten KEREKOU und EYADEMA der Bevölkerung einflößten. In den Augen der Bevölkerung sind diese beiden Präsidenten politische Brüder und haben viele Dinge gemeinsam. Um ihre Vorbehalte zu begründen, haben sie viele Fakten genannt, von denen hier einige widergegeben seien:
- Das Militär des togoischen Staates durchstreift regelmäßig die südwestlichen Bereiche von Benin.
- Es gibt eine große Zusammenarbeit zwischen den beiden Präsidenten, insbesondere gab es mehrere Anläufe Eyademas, togoische Flüchtlinge in Benin zu ergreifen, und zwar mit togoischen, nach Benin entsandten Kommandos
- Nach der Demonstration vom 9.6.99 und dem Interview, das einige Leute dem Journalisten des Figaro gewährt haben, waren diese Leute polizeilichen Schikanen ausgesetzt unendliche Vorladungen zur Brigade, Bedrohungen ... ).
- Wir hatten einige, kleine Öffnungen, die sich schnell wieder verschlossen haben. D.h. diese Leute, die angeboten hatten, uns zu helfen, haben es sich schnell anders überlegt. Sie fürchteten, daß ihre Zuarbeit zu unserer Mission ihnen Unangelegenheiten bescheren würde.
- So z.B. der Fall eines Fischers der versichert hatte, er hätte eine Leiche gefischt, der aber jede weitere Erklärungen verweigerte,, weil, wie er sagte, " .... ich übe die Fischerei bis Aného (Anmerkung: vor Küste von Togo) aus; es würde reichen, wenn ich dafür bekannt würde, mit Euch zusammengearbeitet zu haben, damit mein Konto voll wäre. Und zwischenzeitlich wäret ihr längst weg ..."
- Will sagen, daß die Vorstellung der Aufgabe unserer Mission und das Vorweisen unserer Personalausweise und Mitgliedskarten der L.D.H. (zunächst) nicht ausgereicht hat. Schließlich gab es dann einen Hoffnungsschimmer. In einer Gegend (deren Namen wir aus Sicherheitsgründen nicht nennen), haben gewisse Leute, nachdem sie unsere Mission lange beobachtet hatten, am Ende ein Mitglied der L.D.H. wiedererkannt, das sie vorher einmal im Verlauf einer öffentlichen Kundgebung der L.D.H. gesehen hatten. Sie haben erklärt, den früheren und gegenwärtigen Präsidenten der L.D.H. vom Ansehen zu kennen. Das war einer der Schlüssel, die uns schließlich den Zugang zu dieser Welt erlaubten, die sich in sich selbst verschlossen hatte. Es wird jedenfalls auch nötig sein, die langen Debatten mit einigen Intellektuellen zu erwähnen, die sich uns erst anschlossen nachdem sie von der demokratischen und humanitären Bedeutung der Mission der Liga überzeugt worden waren.
VIl. Kontaktierte Personen
Aus Sicherheitsgründen liefern wir im vorliegenden Bericht keinen Namen der Personen. Die Mission hat mit einigen Würdenträgern und Abgeordneten, die nicht in die Korruptionsaffaire durch den togoischen Staat verwickelt waren, gesprochen und mit vielen Fischern, einigen Intellektuellen, den Teilnehmern an der Protestdemonstration, einigen togoischen Flüchtlingen. Die befragten Personen waren alle Männer, keine Frau.
VIII. Zusammengetragene Begebenheiten
In allen besuchten Orten sind alle befragten Personen einhellig: Es gab viele menschliche Leichen, fast nackt, in Slips. "Wir konnten einige auffischen und beerdigen, andere haben wir aufgegeben ..." erklärte man uns. Unter weichen Umständen sind die Leichen entdeckt worden? Woher konnten sie kommen? Welche Besonderheiten wiesen sie auf? etc...
Wir antworten darauf anhand der gesammelten Zeugenaussagen:
Alle erhaltenen Informationen bestätig an, daß die Leichen aus dem Westen (von togoischer Küste) stammten. Die Bevölkerung der Gemeinde von Aoué erklärte, daß das Erscheinen der Leichen immer auf dasselbe Phänomen folgte: Mit Dunkelwerden oder während der Nacht (1 9.30h, 20h, 21 h ... ) kamen Flugzeuge aus dem Westen, die bis auf die Höhe von Grand-Popo flogen und dann zurück. Einige Tage (drei oder vier) nach diesen bizarren Flügen beginnt man Leichen zu entdecken, die vor einem Wind namens "AFOUTOU" (auf Mina) hergetrieben werden, der von Westen nach Osten bläst.
Die Bevölkerung hat außerdem auf eine gewisse Anzahl von Zeiträumen hingewiesen, zu denen Leichen bemerkt worden sind. Es handelt sich um die Zeit des massiven Zustroms von Flüchtlingen (1993) und um die Folgezeit der Präsidentschaftswahlen (1998). Sie erklären, Leichen aufgefischt und beerdigt zu haben.
Eine Leiche in Jogginghose
In Gbékon ist eine Leiche entdeckt und beerdigt worden. Sie war mit einer Jogginghose und einer Weste (Kleidungsstück ohne Ärmel) bekleidet. Die Bevölkerung konnte uns nicht sagen, ob dies ein Militärangehöriger war oder nicht.
Eine enthauptete Leiche
Im allgemeinen sind die Leichen nichtverstümmelt. Gleichwohl ist eine enthauptete Leiche in Zogbédji zwischen Nicouécondji und Ayi-Guinou gefunden worden. Die Bevölkerung versichert, es habe sich um einen großwüchsigen Mann (mindestens 1,75m) gehandelt. Sie wußten nicht, was ihm den Kopf genommen haben könnte. Andererseits versicherten sie, daß der Kopf der Leiche nicht von Fischen abgefressen war.
Ein verwester Leichnam in Handschellen
In Doklobou hat ein Kind von 8 Jahren eines Tages gegen 11 Uhr eine Leiche entdeckt. Die Bevölkerung hat eine Unterschriftenaktion veranstaltet und eine Summe von 6.000 FCFA gesammelt, um die Behörden damit zu befassen. Die Behörden und ein Sanitäter sind erst um 21 Uhr gekommen, um eine Zeit, zu der der Leichnam schließlich beerdigt worden ist. Sein Verwesungszustand war derart, daß der Sanitäter und die Behörden sich ferngehalten haben. Die Leiche war mit einem weißen Hemd bekleidet, trug Handschellen und wies Folterspuren auf. Die Bevölkerung von Dokloboué fügte an Einzelheiten hinzu, daß diese Person ungefähr 50 Jahre alt gewesen ist.
- In Ayi-Guinou hat die Bevölkerung erklärt, mindestens drei Leichen beerdigt zu haben (siehe Gräber auf Photos).
- Mehrere Leichen wurden sind ebenso in Gbäkon in Gegenwart des Bürgermeisters begraben worden.
Die Bevölkerung von Ayi-Guinnou erklärte, sie habe sich nach Entdeckung eines Leichnams zunächst der Aufgabe gewidmet, ihn auf die Uferböschung zu bringen. Dann haben sie alle Bewohner von Nachbardörfern zusammengerufen, um die Leiche zu identifizieren, dann den Bürgermeister (der auch der Sanitäter ist) und die Gendarmerie informiert, die kamen, ihre Feststellungen zu treffen. Die Bevölkerung in dieser Zone hat pro Kopf 25 FCFA beigetragen und hat weiter Zeremonien für den Unbekannten abgehalten und ihn beerdigt. Die Gendarmerie ist immer gekommen, Feststellungen zu treffen. Die Leichen wurden sodann am Rand des Strandes beerdigt. In Ayi-Guinnou hat die Bevölkerung einen Ort namens "Abobolipo", wo sie diese Art Personen beerdigen. Die Leichen werden ohne Sarg, mit einem Tuch oder einer alten Flecht- oder Fußmatte oder eingeschlagen in Kokosblätter ("cloba') begraben. Es wird keinerlei Grabmal auf die Gräber gesetzt, damit sie nichts als solche identifiziere. Im Verlaufe der Zeit sind die Leute es müde geworden, die Leichname einzusammeln und zu beerdigen. Vor allem, da die Gendarmerie ihnen eine Summe von 5.000 FCFA auferlegt, um ihr Einfinden zu bezahlen. Sie haben daraufhin beschlossen, die Leichen weiter nach Osten treiben zu lassen. Um mehr darüber zu erfahren, haben sie uns gebeten, Nachforschungen Richtung des Dorfes AVLO und der Mündung usw. zu führen.
Die Fischer, die die Fischerei namens "WOUATCHA" betreiben, entdeckten Dutzende von Leichen ...
Die Fischer von Gboffa-Agonninkanme (Grand-Popo) haben uns informiert, daß sie eines Tages, als sie dabei waren die Fischerei im tiefen Wasser zu beginnen, plötzlich entsetzt Fluten von Leichen entdeckten, die im Spiel der Wellen hin- und her getrieben wurden. Das geschah im Verlauf der (Fußnote: Die"Wouatcha"-Fischerei wird mit einer Mannschaft von einer bedeutenden Anzahl von Personen 3 bis 6 km vor der Küste praktiziert, da, wo das Wasser mindestens 20 m tief ist.) Nachdem sie die Leichen gesehen hatten, haben sie die Flucht ergriffen und konnten an diesem Tag nicht mehr fischen, derart schauerlich war der Anblick. Seitdem fürchten sie sich davor, erneut die Fahrt zu den tiefen Wassern zu riskieren. Sie haben erklärt, daß die Anzahl der Kadaver mehr als doppelt so hoch war wie die tatsächliche Anzahl der Fischer, die 30 an der Zahl waren. Es wären also mindestens 60 Leichen gewesen. Die Leichen glichen einer treibenden Schafherde. Sie waren alle fast nackt, in Unterhosen. Diese Entdeckung wurde im Bereich von Gbeffa- Agonninkanné gemacht. Sie erklärten, (was wir nicht verifizieren konnten,) daß die Benzin-Schmuggler, die zwischen Säme (Distrikt von Oubme) und llilacoridji (Grenzstadt zwischen den Staaten Benin und Togo) zur See fahren, diesselben makabren Entdeckungen gemacht haben. Die Fischer haben außerdem erklärt, daß die Leichen von Westen nach Osten trieben. Auf unsere Fragen hin haben die Fischer dann erklärt, daß die meisten dieser Leichen nicht ans Ufer gelangten. Einmal ins Wasser geworfen, blähen sie sich unter dem Einfluß des Wassers und der beginnenden Verwesung im Verlauf von 72 Stunden auf. Sie treiben an der Oberfläche als Spielball der Wellen und werden so zu - Beute für die Fische. Infolgedessen können viele der Leichen leicht von den Fischen gefressen werden. Wir hoffen, daß Nachforschungen in den tiefen Wassern helfen werden, Knochen und andere Reste zu entdecken.
9 Ein behelmter Leichnam
Er ist in Höhe des Dorfes Ayi-Guinnou entdeckt worden. Er ist aufgefischt worden. Die Bevölkerung fand bereits abgestumpft. daß der Körper bis hinauf zur Brust weggefressen war. Sie haben sich bemüht, ihm den Helm (siehe Photo) abzunehmen, der die folgenden Aufschriften trägt: - auf der Stirnseite: ARAI Helm - linkes Profil: OMNI 2 - hinten: OMNI und ein Etikett mit einem großen S mit Beschriftung in chinesischer oder asiatischer Sprache. Mit großer Mühe ist es in diesem Momnent der L.D.H. gelungen, den Helm in Besitz zu nehmen, den sie als Beweisstück und zum Zweck der Recherche hütet.
Beweistück Nr.4: Helm
Beweistück Nr.5: Photo des Helms
Ein von Unbekannten beanspruchter Leichnam In Ayi-Guinnou haben sich Unbekannte, darunter bewaffnete Gendarmen, vor Ort begeben und der Bevölkerung befohlen, den Begräbnisort einer Leiche zu zeigen, die sie gerade beerdigt hatten. Bedroht und in Panik hat die Bevölkerung den Einschüchterungen nachgegeben und den Begräbnisort angezeigt. Die Unbekannten gruben die Leiche aus und verschwanden. Wir haben zahlreiche Fragen zur Herkunft dieser Personen gestellt, zu ihrer Identität, den Nummernschilder ihrer Wagen, ihrer Fahrt-Richtung. Aber die Bevölkerung war vor lauter Angst nicht in der Lage gewesen, sachdienliche Hinweise festzuhalten, zumal die Tatsache, daß der Leichnam weggeschafft wurde, sie als solche kaum interessierte. Wir setzen unsere Nachforschungen fort.
Warum scheuen die togoischen und beninischen Behörden keine Mühe, um die Objekte zu vereinnahmen, die bei den Leichen gefunden wurden? Wir haben oben beschrieben, daß ein Leichnam behelmt vorgefunden wurde, und daß der besagte Heim von der Bevölkerung als Beweisstück eingesammelt worden war. Seit der Intervention des Journalisten vom FIGARO über RFI und der (ersten) Mitteilung der L.D.H.ist die Bevölkerung von Ayi-Guinnou Schikanen von Seiten der togoischen und beninischen Behörden ausgesetzt. Ein Jugendlicher, der als Hüter des Helms gilt, wird fieberhaft von togoischen Agenten gesucht. Leute sind bezahlt worden, um ihn zu finden. Togoische Agenten haben sich erboten, den Helm zu kaufen, mußten aber von Seiten der Bevölkerung eine Niederlage einstecken, die sich dem widersetzt hat. Am 14.Juli gingen zwei Personen, die später angaben, sie seien Kolonels, ins Hotel "AWALE" (Zimmer Nr.5) und versuchten den Abgeordneten von Ayi-Guinnou dorthin kommen zu lassen. Der weigerte sich. Bei diesem Stand wurde der Bürgermeister eingeschaltet und versuchte seinerseits, den Abgeordneten zu überreden, aber ohne Erfolg. Daraufhin beschlossen diese beiden Personen, sich persönlich nach Ayi-Guinnou zu begeben, das war etwa um 20 Uhr mit dem Wagen J0046R13. Sie machten sich heimlich daran, in dun Häusern herumzustöbern. Entdeckt wurden sie zur Rede gestellt und gezwungen, ihre GEgenwart zu dieser Stunde im Dorf zu erklären und ihre Identität offenzulegen. Sie weigerten ~ ich und wurden von ungefähr 200 Personen eingekreist. Sie drohten, auf die unbewaffnete Bevölkerung zu schießen. Diese hielt stand und hielt die Umzingelung aufrecht. Mittlerweile tauchten der Chef der Brigade von Grand Popo (der die Verdächtigen zu kennen schien) und der von Agoué (letzterer verhielt sich sehr bedrohlich) auf, die die beiden Verdächtigen befreiten und mit ihnen verschwanden. Zwischenzeitlich hatte einer der Verdächtigen einen Militärausweiß auf den Namen Samson OROU vorgewiesen. Die Bevölkerung hat ihn als Togoer erkannt. Könnte dies der berüchtigte Samson OROU, der zur Zeit des P.R.P.B. sehr bekannt war, gewesen sein oder könnte er seinen Ausweiß zum Zweck der Angelegenheit einem togoischen Militär überlassen haben? In jedem Fall hat er ein junges Mädchen namens KAZAME angestellt, dem er 5000 F für Spitzel-Dienste bezahlt hat. Entlarvt ist diese nach Togo geflohen. Während er seine Spitzelin suchte, von deren Flucht er nichts wußte, wurde er gestellt. Für die Bevölkerung sind die beiden Verdächtigen zweifelhafter Nationalität. Wir haben soeben erfahren, daß der Jugendliche, angebliche Wächter des Helms gesucht wird und derzeit im Untergrund lebt, ebenso wie der Delegierte, der eine Vorladung von der Gendarmerie erhalten hat.
siehe Beweisstück Nr. 6: Vorladung der Brigade der Gendarmerie von Agoué datiert vom 16.7.9 9.
XIX - Schlußfolgerungen
Weiche Fragen stellen sich also? Warum sind die Behörden von Togo und Benin so hartnäckig bemüht, in den Besitz der Gegenstände zu kommen, die bei den Leichen gefunden wurden? Warum verfolgen sie jene, von denen vermutet wird, daß sie die Gegenstände verwahren? Warum sind jene Personen, die Entdeckungen gemacht haben oder sich den Fragen der L.D.H. oder des Figaro stellen, Opfer von Schikanen? Wer interpretiert das Einverständnis.zwischen den Behörden von Togo und Benin in dieser Angelegenheit?
Die Liga zur Verteidigung der Menschenrechte ist um die Sicherheit der Bevölkerung in dieser Region besorgt. Sie ist besorgt, zumal man weiss, mit welcher Leichtigkeit die togolesischen Behörden auf das Gebiet von Benin übergreifen, mit repressivem Ergebnis. In jedem Fall erklären wir die Behörden von Benin für all das verantwortlich, was auf die Bevölkerung des Südwesten von Mono (Kommunen von Grand-Popo, Agoué, Avlo ... ) zukommen wird, was die Berichte über die Leichen betrifft.
Meine Damen und Herren, hiermit haben sie Kenntnis von den Resultaten unserer Untersuchungen erhalten.
Die Tatsachen sprechen für sich. Für uns bei der L.D.H. gibt es sehr wohl an den Küsten von Benin entdeckte Leichen, und mindestens ca. hundert vom Ufer abgetriebene. Durch die Schikanen der Gendarmerie von Benin, haben die Einwohner darauf verzichtet, sie zu bergen und sogar ihre Anwesenheit zu signalisieren, was die Enthüllungen von ai sehr gut bestätigt. Es ist Sache der Behörden von Togo und Benin, wenn sie auf ihrem Verhalten beharren und weiter gegensätzliche Beweise berichten. Unsere Untersuchung hat (jedenfalls) mit dazu beitragen, die Angelegenheit der Leichen noch mehr ins Licht zu rücken. Um aber dem zwecklosen Leugnen der Behörden von Togo und Benin Einhalt zu gebieten, fordert die Liga zur Verteidigung der Menschenrechte einen internationalen, unabhängigen Untersuchungsausschuss. Sie fordert, an diesem Untersuchungsausschuss teilzunehmen, der den Auftrag haben wird, die bezeichneten Gräber zu öffnen; die Gegenstände zu verifizieren, die wahrscheinlich den Personen gehören, die ins Meer geworfen wurden; die geheimen Register der Gendarmerie sowohl in Benin als auch in Togo zu durchsuchen; letztlich eine Abrechnung der Truppenstärke der togolesischen Soldaten anzustellen, insbesondere derer von Lomé, vor und nach den Präsidentschaftswahlen von 1998 etc ... Wir danken ganz besonders den Einwohnern von Agoué, von Grand-Popo, von Avlo, von Ayi-Guinnou und insbesondere all denen, die der L.D.H. geholfen haben, für ihren demokratischen Geist und alles, was sie zum Gelingen unserer Mission beigetragen haben.
Ich danke Ihnen.
Cotonou, den 19.7.99 ... Für den Vorstand, der Präsident ...
- Julien TOGBADJA
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Zusatzuntersuchunqsbericht bezüqlich der Verleugnungen, die von Delegierten und gewissen Persönlichkeiten von Popo im Fernsehen Toqo vorgebracht wurden:
Wir haben erfahren, dass eine Gruppe von Abgeordneten des Viertels und Persönlichkeiten von Popo sich in Togo getroffen haben, um Präsident Eyadéma eine starke Handreichung dabei zu leisten, die Tatsachenberichte von ai zu dementieren. Woher kommt dieser Auftrag und welches sind dabei die Begleitumstände? Die L.D.H. hat Untersuchungen angestellt und folgende Entdeckungen gemacht: Nach unseren Informationen ist alles von M. Simplice ANATO, Abgeordneter des Viertels von Xwlacodji (Cotonou), ausgegangen, der gewissen Abgeordneten vorschlug, sich in Togo zu treffen, um den Bericht von ai zu dementieren. Er nahm auch Kontakt mit M. Comlan AMOUSSOU auf, einem Abgeordnet an von Onkuihoué, der Razzien gemacht hat und andere Abgeordnete geworben hat. Ein Teil der Abgeordneten, die für diesen Coup angeworben wurden, lehnten dieses Angebot ab, als sie begriffen, dass diese anstössige Mission ohne das Wissen des Bürgermeisters und des Unterprefekten ersonnen wurde. M. Simplice ANATO versicherte seinen Gehilfen, dass sie von Präsident Eyadéma entschädigt würden, wenn sie dieses Spiel mitspielten. Auf diese Weise fuhr er sie zum Präsidenten Eyadéma. Sie wurden in Lomé beherbergt, einige in Hotels, andere bei Verwandten. Das Treffen mit Eyadéma sollte kaum einige Minuten dauern. Es ging darum zu erklären, dass es keine Leichen gegeben hat. Was auch tatsächlich erklärt wurde. Sie wurden dann von M. Seyi Mémène (Innenminister) empfangen, der jedem von ihnen die Summe von 30.000 FCFA zukommen liess. Nach unseren Untersuchungen, haben Streitigkeiten beim Teilen der Beute diese Abgeordneten gegeneinander aufgewacht. Wir haben auch erfahren, dass der Lohn, der ihnen gezahlt wurde, in Wahrheit noch höher war. Einer der Abgeordneten, jener aus Houndjohoundi (ein Viertel ganz weitab vom Strand) hat 80.000 FCFA erhalten. Er hat sich
eine Piroge im Wert von 16.000 FCF gekauft, einen Radio-Kassetten-Gerät von 22.000 und den Rest in seiner Tasche behalten. In der Zwischenzeit hat ihnen nach ihrer Rückkehr der Unterpräfekt von Grand Popo erzürnt nach ihrer Erklärung im togolesischen Fernsehen durch den Bürgermeister eine Bitte um Erklärung übersandt. Sie sind in Panik geflüchtet, um sich in Cotonou zu verstecken. Sie nahmen Kontakt zu dem Delegierten von Xwlacodji, M. Simplice ANATO, auf. Abgesichert von ihren Komplizen kehren sie triumphierend nach Grand-Popo zurück und forderten vom Bürgermeister und Unterpräfekten ihre Rehabilitierung, die am Ende zu Kreuze krochen.... Es war nun mal so. daß die Anweisungen von "da oben" kamen. Der Unterpräfekt machte sich also daran, sie zu rehabilitieren. Die aufgebrachten Einwohner opponierten und beschlossen, einen Demonstrationsmarsch zu veranstalten.
Wir veröffentlichen (s. beigefügte Beweisstücke) die Eingabe der Demonstranten, die diesbezüglichen Erlasse (... usw.).
Heute wächst der Volkszorn immer noch. Die Einwohner von Grand-Popo, von Agoué usw. .... haben für Samstag, 17.7.99 in Grand-Popo eine Generalversammlung organisiert, die über 200 Personen vereinigte. Dort werden die schuldigen Abgeordneten ihrer Lügen überführt und für ihr Fehlen von Würde und für ihre Gier nach leichtem Gewinn verurteilt.