Brief

Frankfurt/M., Oktober 2002

PRO ASYL startet Bleiberechtskampagne für langjährig in Deutschland lebende Flüchtlinge.

Liebe Surferin, lieber Surfer,

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Said Muhammed gelang vor fast zehn Jahren die Flucht aus Togo, einem Land, in dem der Diktator Eyadéma mit menschenrechtsverachtenden Praktiken herrscht. Seit 1992 lebt und arbeitet Said in Deutschland: nach einer Ausbildung fand er eine feste Anstellung in einer Bäckerei. Dennoch befindet er sich bis heute in der ständigen Gefahr, wieder abgeschoben zu werden.

Nahrin Khano kam vor über elf Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie flohen aus dem Libanon, wo die Familie, zuvor schon in Syrien als Christen verfolgt, keinen Schutz fand. Die deutschen Gerichte gewährten der Familie kein Asyl. Eine Abschiebung fand dennoch bis heute nicht statt, da weder Syrien noch Libanon die erforderlichen Pässe ausstellen wollten. Nahrin ist mittlerweile 20 Jahre alt und macht eine Ausbildung als Friseurin. Ihr Zuhause ist schon lange bei uns in Deutschland.

Mostafa Shani kam 1995 mit seinen Eltern aus dem Iran nach Deutschland. Die Familie erhielt die Anerkennung als Asylberechtigte. Doch im Jahr 2000 wurde das sicher geglaubte Asyl wieder entzogen. Mostafa hat inzwischen eine Ausbildung als Informatikassistent absolviert. Er ist jetzt 21 Jahre alt und hat viele Freunde – zum Beispiel im Basketballverein. Mostafa muss jederzeit mit seiner Abschiebung rechnen.

So wie Said, Nahrin und Mostafa geht es vielen. Rund 230.000 Menschen leben ohne eine sichere Aufenthaltsperspektive in Deutschland, zum Teil seit vielen Jahren. Inzwischen sind sie hier verwurzelt, ihre Kinder sind in der Schule integriert und sie haben Freunde gewonnen. Deutschland ist ihnen zur Heimat geworden.

Am 1. Januar soll nun das neue Zuwanderungsgesetz in Kraft treten. Doch ein sicheres Aufenthaltsrecht ist für viele Geduldete nicht in Sicht.

Deshalb fordern wir eine unbürokratische Bleiberechtsregelung, die allen Menschen, die lange in Deutschland leben, die Chance auf ein Leben in Sicherheit und Würde gibt.

Um dieses Ziel zu erreichen, startet PRO ASYL eine breit angelegte Bleiberechtskampagne. Wir bringen die Schicksale von Geduldeten mit Anzeigen, Plakataktionen, Broschüren und rechtlichen Umsetzungsvorschlägen in die Öffentlichkeit. Eine politische Diskussion muss in Gang gesetzt werden, um diese Menschen vor der Abschiebung zu schützen und ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht zu sichern.

Um Erfolg zu haben, benötigen wir mit unserer Kampagne „Hier geblieben! Recht au Bleiberecht!“ Ihre Unterstützung.

Unser Anliegen an Sie: Setzen Sie sich persönlich für eine humane Bleiberechtsregelung ein. Senden Sie den Musterbrief mit unserer Forderung an den Innenminister Ihres Bundeslandes. Wenn sie persönlich geduldete Menschen kennen, schreiben Sie einen individuell verfassten Brief. Sie sind besonders wirksam.

Und noch eine Bitte: Unterstützen Sie die Kampagne mit einer Spende und helfen Sie uns so, die beträchtlichen Kosten zu tragen. Wie Sie wissen, sind wir als unabhängige Menschenrechtsorganisation auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Wir freuen uns sehr über Ihre finanzielle Hilfe.

Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen!


        Günter Burkhardt
        Geschäftsführer

 

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