PRO ASYL Press
Release - Presseerklärung |
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On the occasion of the 50th's Anniversary of the proclamation of the Constitution on May 23, 1999 warns the Nation-wide Human Rights Association for Refugees PRO ASYL urgently against the danger of continous increase of State power and control at expense of individual basic and civil rights.
The spokesperson of PRO ASYL, Heiko Kauffmann, called upon politics and civil society, to become more watchful on these dangers: "The civil society, the non governmental and human rights organisations, churches, trade unions and the total social movement are demanded here, to prevent the always growing distance between reason of state and human rights, the gap between law and humanity and to harmonise standards and reality of the Constitution!"
In view of growing possibilities of interference and monitoring by reducing democratic rights and protection of the individual and the supply of governmental auhorities with considerably unrestricted control and executive power would increase the danger of "an affluent fortress with coordinated security and military measures closing its borders and monitoring them by technically more and more polished means". "However, people don't live for the sake of the state but the state exists for the people's sake!", explained Kauffmann. This is the incontrovertible apprenticeship from the German past, finding constitutionally its crucial expression in the term "inviolability of the dignity of the human being"
PRO ASYL reminds of the will of the parents of the Constitution, to set new standards of international humanity from the apprenticeships of the German past. This has led to anchor the basic right of asylum in the Federal Republic of Germany. By the far-reaching amendments and the erosion of Art. 16 of the Constitution and the treatment beneath human dignity of refugees by the Act on Benefits for Asylum seekers many people seeking protection couldn't regain in Germany their lost safety and destroyed dignity. | Anläßlich des 50. Jahrestages der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1999 warnt die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL eindringlich vor der Gefahr des ständigen Zuwachses staatlicher Macht und Kontrolle auf Kosten individueller Grund- und Bürgerrechte.
Der Sprecher von PRO ASYL, Heiko Kauffmann, appellierte an Politik und Gesellschaft, gegenüber diesen Gefahren wachsamer zu werden: "Die Zivilgesellschaft, die Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisationen, die Kirchen, Gewerkschaften und die gesamte soziale Bewegung sind hier gefordert, den immer größer werdenden Abstand zwischen Staatsräson und Menschenrechten, die Kluft zwischen Recht und Humanität zu verhindern und Anspruch und Wirklichkeit der Verfassung wieder in Einklang zu bringen!"
Angesichts zunehmender Eingriffs- und Überwachungsmöglichkeiten in Form des Abbaus demokratischer Rechte, der Verringerung des Schutzes des Individuums und der Ausstattung staatlicher Behörden mit weitgehend ungehinderter Kontroll- und Vollzugsgewalt wüchse die Gefahr einer "sicherheitsstaatlichen und militärisch abgestimmten Wohlstandsfestung", die ihre Grenzen schließe und mit technisch immer ausgefeilteren Maßnahmen überwache.
"Die Menschen sind aber nicht um des Staates willen da; vielmehr ist der Staat um der Menschen willen da!", erklärte Kauffmann. Dies sei die unumstößliche Lehre aus der deutschen Vergangenheit, die in dem Begriff der "Unantastbar-keit der Würde des Menschen" verfassungsrechtlich ihren zentralen Ausdruck gefunden habe.
PRO ASYL erinnert an den Willen der Verfassungseltern, aus den Lehren der deutschen Vergangenheit neue Maßstäbe internationaler Humanität zu setzen. Dies habe zur Verankerung des Grundrechts auf Asyl in der Bundesrepublik Deutschland geführt.
Durch die weitreichenden Änderungen und Aushöhlung des Art. 16 GG und die menschenunwürdige Behandlung von Flüchtlingen durch das Asylbewerberleistungsgesetz könnten viele schutzsuchende Menschen in Deutschland ihre verlorene Sicherheit und zerstörte Würde nicht zurückgewinnen.
Gerade im Hinblick auf das Flüchtlingselend im Kosovo, aber auch im Blick auf die anhaltende Unterdrückung von Menschen und die katastrophale Menschenrechtssituation in der Türkei und in Algerien fordert PRO ASYL die Besinnung auf die zentralen Leitwerte der deutschen Verfassung.
Eine grundrechts- und menschenrechtsorientierte Flüchtlingspolitik sei der Prüfstein für die Verwirklichung der Verfassung.
"Die Bundesrepublik Deutschland muß gegenüber Menschen, die bei uns aus berechtigten Gründen Schutz und Zuflucht suchen, zu den Grundsätzen der Achtung der Menschenwürde und der Wahrung von Recht und Gerechtigkeit zurückzukehren" schloß Kauffmann. |