PRO ASYL Press Release - Presseerklärung

(partially translated)

Press release

Presseerklärung

June 14, 1999
14. Juni 1999
June 15, 1999: 30. Anniversary of the Convention against Racial Discrimination
15. Juni 1999: 30 Jahre Abkommen gegen Rassendiskriminierung in Kraft
PRO ASYL criticises "lack of human rights in German politics"
PRO ASYL kritisiert "menschenrechtliches Defizit der deutschen Politik"
Demanded: Ending structural exclusion of refugees, Law on Anti-Discrimination
Ende der strukturellen Ausgrenzung von Flüchtlingen, Antidiskriminierungsgesetz
and access to individual appeal procedures
setz und Zugang zu individuellem Beschwerdeverfahren gefordert

On June 15, 1969 - 30 years ago - the UN Convention on the Elimination of all Forms of Racial Discrimination came into force in the Federal Republic of Germany. On this occasion the Nation-wide Human Rights Organisation for Refugees PRO ASYL calls upon the Federal Government, the Parliament and the governments of the Federal States to end the structural discrimination of refugees by laws, regulations and rulings and to efficiently implement the obligations resulting from this international human rights convention finally.



As examples of this "lack of human rights in German politics" PRO ASYL spokesperson Heiko Kauffmann named the exclusion of refugees from supply in the field of social rights and medical care, the conditions of detention pending deportation and the practice of deportations itself. This would have contributed to a creeping "institutional racism", which promotes xenophobia and supplies radical right-wing groups with "ammunition" .

According to PRO ASYL it has been a grave omission of the former Federal Government to ignore - despite the high number of criminal offences and encroachments motivated by hostility to foreigners in Germany -, the massive criticism of different UN-bodies and not to have taken up their proposals and recommendations.

Thus for instance the criticism of the Special UN Rapporteur on Racism among other things on the airport asylum procedure, the conditions of the detention pending deportation and the practice "of the deportation of so-called illegal immigrants" hasn't led till now to any corrections.

The UN Committee on the Elimination of Racial Discrimination has recommended in 1997 to the Federal Government the adoption of a "comprehensive Anti-Discrimination Law" and the introduction of a mechanism on the implementation of the Convention on the Elimination of Racial Discrimination in Germany

PRO ASYL spokesperson Kauffmann: "A comprehensive legislation on the elimination of all forms of discrimination as prescribed in article 2 and 5 of the Convention is still missing; still relevant is also the concern of the UN Committee (in connection with art. 6 of the Convention), that many refugees and foreigners as victims of discriminations are not entitled to claim compensations. Still the Federal Republic of Germany hasn't made a declaration according to art. 14 of the Convention which is the precondition, that refugees and members of minorities finally are granted access to individual appeal procedures regarding discrimination"...


Am 15. Juni 1969 - vor 30 Jahren - trat in der Bundesrepublik Deutschland das Internationale Abkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung in Kraft. Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL fordert die Bundesregierung, das Parlament und die Landesregierungen aus diesem Anlaß auf, die strukturelle Ausgrenzung von Flüchtlingen und Minderheiten durch Gesetze, Erlasse und Verwaltungsvorschriften zu beenden und die aus diesem internationalen Menschenrechtsabkommen resultierenden Verpflichtungen endlich wirksam umzusetzen.

Als Beispiele dieses "menschenrechtlichen Defizits der bundesdeutschen Politik" nannte PRO ASYL-Sprecher Heiko Kauffmann die Ausgrenzung von Flüchtlingen aus der sozialrechtlichen und medizinischen Versorgung, die Bedingungen der Abschiebungshaft und die Praxis der Abschiebungen selbst. Dies habe zu einem schleichenden "institutionellen Rassismus" beigetragen, der Fremdenfeindlichkeit fördere und rechtsradikale Gruppen mit "Munition" beliefere.

Laut PRO ASYL sei es ein schweres Versäumnis der alten Bundesregierung gewesen - trotz der hohen Zahl fremdenfeindlich motivierter Straftaten und Übergriffe in Deutschland -, die massive Kritik verschiedener UN-Gremien ignoriert und deren Vorschläge und Empfehlungen nicht aufgegriffen zu haben.

So habe etwa die Kritik des UN-Sonderberichterstatters über Rassismus u.a. am Flughafenverfahren, an den Bedingungen der Abschiebungshaft und an der Praxis "bei der Rückführung sogenannter illegaler Einwanderer" bisher zu keinen Korrekturen geführt.

Der UN-Ausschuß für die Beseitigung der Rassendiskriminierung habe der Bundesregierung 1997 die Einführung eines "umfassenden Antidiskriminierungsgesetzes" und die Einrichtung einer Institution zur Umsetzung der Antirassismuskonvention in Deutschland empfohlen.

PRO ASYL-Sprecher Kauffmann: "Nach wie vor fehlt eine umfassende Gesetzgebung zum Verbot von Diskriminierungen, wie es Artikel 2 und 5 der Konvention vorschreiben; nach wie vor ist die Besorgnis des UN-Ausschusses (im Zusammenhang mit Art. 6 der Konvention) aktuell, daß viele Flüchtlinge und Ausländer, die Opfer diskriminierender Handlungen wurden, keinen Anspruch auf Wiedergutmachung geltend machen können. Nach wie vor hat die Bundesrepublik keine Erklärung nach Art. 14 der Konvention abgegeben, welche die Voraussetzung dafür ist, daß Flüchtlinge und Angehörige von Minderheiten endlich einen Zugang zu einem individuellen Beschwerdeverfahren in Bezug auf Diskriminierungen erhalten."

Die rot-grüne Bundesregierung habe im Koalitionsvertrag nicht nur die Überprüfung notwendiger ausländerrechtlicher Veränderungen im Lichte internationaler Vereinbarungen, sondern auch unter Punkt 10 ("Minderheitenrechte") zugesagt, ein Gesetz gegen Diskriminierung und zur Förderung der Gleichbehandlung auf den Weg zu bringen.

"Gerade im 50. Jahr der Grundrechte messen wir die Glaubwürdigkeit der rot-grünen Regierungskoalition in der Flüchtlings- und Menschenrechtspolitik daran, ob sie bisher nicht oder nur unzureichend eingelöste Normen und Menschenrechtsinstrumente wirksam umsetzt", erklärte Kauffmann. PRO ASYL fordert die Bundesregierung auf, den 30. Jahrestag des Inkrafttretens des Abkommens gegen Rassendiskriminierung zu nutzen, um ein Signal für ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz und für die Abgabe einer Erklärung nach Art. 14 der Konvention zu geben!