PRO ASYL Press Release - Presseerklärung
(partially translated)
Press release
January 27, 1998
Presseerklärung
27.Januar 1998
Kosovo:
Kosovo:
PRO ASYL warns against a humanitarian disaster
PRO ASYL warnt vor einer humanitären Katastrophe
Federal Government should use EU-Presidency
Bundesregierung soll EU-Präsidentschaft
for a concerted policy
on reception
für konzertierte Aufnahmepolitik nutzen


An immediate initiative of the German EU Presidency to realise a concerted policy for the reception of refugees from Kosovo demands the Nation-wide Human Rights Organisation for Refugees PRO ASYL in view of the dramatic situation on the spot.

According to PRO ASYL more than 20.000 people have been expelled since Christmas; since the beginning of the conflict more than 300.000 people have been forced to flee; 180.000 refugees fled within Kosovo, more than 120.000 into the neighbouring European countries.

"Violence escalates in Kosovo, ten thousands of refugees try to survive in houses, cellars and sheds shot to pieces; thousands wander around in the region", declared the spokesperson of PRO ASYL, Heiko Kauffmann.


"The European Union will have to adapt itself to the fact, that faced with the instability in the Kosovo people will seek refuge outside the conflict area furthermore". "Regionalising" of the refugee reception propagated by the EU has led in the neighbouring countries of Kosovo to devastating conditions. "The refugee camps in Bosnia Herzegovina, which should ensure originally the reception of returning Bosnian civil war refugees, are overburdened with about 10.000 refugees from Kosovo living there under inhumane conditions. In Montenegro refugees concretely run the risk to be deported immediately into Albania", said Kauffmann.



Pictures in the meantime being part of daily messages of refugees from Kosovo run aground or exposed on the high seas would demonstrate the pressing necessity of a Pan- European reception concept in favour of this people.

"We take it for a humanitarian catastrophe, that political decisions in view of the expulsion from the Kosovo have been taken up to now under the point of view of preventing the reception of refugees", declared Kauffmann.

PRO ASYL calls upon the Federal Government, to use the German EU Presidency for a concerted refugee reception policy.



Eine sofortige Initiative der deutschen EU-Präsidentschaft zur Realisierung einer konzertierten Aufnahmepolitik für Flüchtlinge aus dem Kosovo fordert die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL angesichts der dramatischen Lage vor Ort.

Laut PRO ASYL sind seit Weihnachten über 20.000 Menschen vertrieben worden; seit Beginn des Konflikts seien über 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen worden; 180.000 Flüchtlinge seien innerhalb des Kosovo, über 120.000 in die europäischen Nachbarländer geflohen.

"Im Kosovo eskaliert die Gewalt, Zehntausende von Flüchtlingen versuchen, in zerschossenen Trümmerhäusern, Kellern und Schuppen zu überleben; Tausende irren im Lande umher", erklärte der Sprecher von PRO ASYL, Heiko Kauffmann.

"Die Europäische Union wird sich darauf einstellen müssen, daß angesichts der Instabilität im Kosovo Menschen auch weiterhin außerhalb des Konfliktgebietes Zuflucht suchen werden. Die von der EU propagierte "Regionalisierung" der Flüchtlingsaufnahme hat in den Nachbarstaaten des Kosovo zu verheerenden Zuständen geführt. Die Flüchtlingslager in Bosnien-Herzegowina, die ursprünglich die Aufnahme zurückkehrender bosnischer Bürgerkriegsflüchtlinge gewährleisten sollten, sind mit etwa 10.000 Flüchtlingen aus dem Kosovo überlastet, die dort unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. In Montenegro laufen die Flüchtlinge konkret Gefahr, unmittelbar nach Albanien abgeschoben zu werden", erklärte Kauffmann.

Die inzwischen zum Nachrichtenalltag gehörenden Bilder gestrandeter oder auf hoher See ausgesetzter Flüchtlinge aus dem Kosovo legten Zeugnis von der dringenden Notwendigkeit einer gesamteuropäischen Aufnahmekonzeption für diese Menschen ab.

"Wir halten es für eine humanitäre Katastrophe, daß politische Entscheidungen angesichts der Vertreibung im Kosovo bisher unter dem Gesichtspunkt der Verhinderung der Flüchtlingsaufnahme getroffen wurden. Flüchtlingen ist Schutz zu gewähren", erklärte Kauffmann.

PRO ASYL fordert die Bundesregierung auf, ihre EU-Präsidentschaft für eine konzertierte Aufnahmepolitik von Flüchtlingen zu nutzen. Mit den beiden EU- Kommissionsvorschlägen zum Themenkomplex "Vorübergehender Schutz" bei großen Fluchtbewegungen und "Solidarischer Kooperation" (Burden-Sharing) vom Juni 1998, den Entschließungen des Rates gibt es weitentwickelte Konzepte, die dringend der Umsetzung harren. Die dramatische Situation im Kosovo sollte jetzt Anlaß sein, eine Krisensitzung des Rates einzuberufen mit dem Ziel, eine konzertierte Flüchtlingsaufnahmepolitik der fünfzehn EU-Staaten unverzüglich umzusetzen.

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